Für die Handschuhherstellung geeignete Leder sind stets zügig und weich, geschmeidig, dünn und mit weichem Griff, damit sie sich der Hand optimal anpassen können. Darüber hinaus sind gute Handschuhe atmungsaktiv um Feuchtigkeitsbildung zu verhindern. Die Zug-und Griffeigenschaften sind bei Fellen hagerer Tiere am besten ausgebildet, weswegen die meisten Leder aus trockenen und warmen Ländern mit karger Vegetation, wie z.B. Äthiopien, stammen. Leider haben diese Felle oftmals auch eine Vielzahl kleiner Narben verursacht z.B. durch Heckenrisse und Zeckenbisse, welche vom Leben in freier Natur zeugen.
Der Handschuhmacher steht nun vor der Herausforderung einen Handschuh herzustellen dem man diese Fehler kaum mehr ansieht. Deshalb muss schon beim Kauf darauf geachtet werden dass die Felle möglichst wenig Fehler haben. Die Hauptverantwortung fällt aber dem Zuschneider zu, der Lederunregelmäßigkeiten weitestgehend beim Zuschnitt entfernt, z.B. in dem er Fehler in Schnittkanten und Daumenlöchern platziert. Für die Handschuhherstellung aus hochwertigen ungedeckten Anilinledern braucht man daher gut ausgebildete Zuschneider.
Eine einfachere Methode Lederfehler im Handschuh zu vermeiden ist es semianiline Leder zu verarbeiten. Bei diesen Ledern wurden Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche mehrmals mit einer Sprayschicht überzogen, bis diese schließlich verschwinden. Das ist vor allem für Firmen von Vorteil die weniger qualifizierte Zuschneider einstellen. Außerdem kann man schlechtere und somit preiswertere Leder einsetzen. Allerdings sind diese Leder im Gegensatz zu anilinen Ledern weniger weich, meist unangenehm im Griff und kaum atmungsaktiv.
Leder lassen sich wahlweise als Nappa, Nubuk oder Velours (Suede) zurichten. Die verschiedenen Handschuhlederarten werden in der Regel zuerst nach der Tierart, von der das Fell stammt, und dann nach der verwendeten Lederzurichtungsart geordnet. Velours verarbeitetes Lamm ist zart wie Samt und fällt leicht wie Stoff. Es ist bestens geeignet für sportlich-elegante Handschuhe.">Lammvelours, Hirschnappa und Rindsnubuk sind daher typische Bezeichnungen für Handschuhleder. Manche Lederarten sind jedoch auch nach anderen Gesichtspunkten, wie beispielsweise Eigennamen oder Eigenschaften, benannt. Bei Glacé und Plongé beispielsweise handelt es sich jeweils um Nappaleder, die sich durch bei der Gerbung ausdefinierte Charakteristika unterscheiden.
Bei Otto Kessler finden in erster Linie Felle von Lämmern, Ziegen, Rehen, Hirschen, sowie Wasser-, Wild- und Hausschweinen Verwendung. Andere Leder wie z.B. Rind- und Kalbsfelle können wegen ihrer geringen Zügigkeit nur bedingt eingesetzt werden. Eine umfassende Übersicht erhalten sie unter Lederarten. Zum Schluss noch eine Anmerkung zum Tierschutz: die von uns verwendeten Leder stammen von Tieren, die entweder der menschlichen Ernährung dienen, oder aber eines natürlichen Todes gestorben sind. Als Hersteller eines Naturproduktes stehen wir ein für einen verantwortungsvollen und respektvollen Umgang mit der Natur.

